Engführung - Zahlen

Einwurf unseres Referenten Dr. Werner Köhne:

Bei aller berechtigten Kritik und Erregung: es hat manchmal den Eindruck, als rasten hier im großen Diskurs um das richtige Leben und Handeln  in Zeiten der Corona-Hysterie zwei Züge aufeinander zu- vollgeladen  mit Zahlen, Modellen und Expertisen , angetrieben von Faktenchecks. selektiven Moralen, (German) Angst und der schrecklichen Maxime, alles richtig zu machen - und ansonsten, andere, misskiebige Außenseiter, wenn die Pastorentochter aus der Uckermark das nahelegt, den Behörden zu melden. Als jemand mit philosophischem Hintergrund habe ich mir in den letzten Tagen mal die Frage gestellt, was wohl ein Nietzsche zu dieser Engführung des Lebens auf Zahlen, tägliche Anordnungen, präsidiale Ansprachen an ein "Wir" und Profile abstrakter Selbsterhaltung zu sagen hätte. - Womöglich würde er auf das Prinzip "Wille zur Macht" verweisen, das alles Wollen und Handeln durchherrscht - oder auf die Moral von Sklaven (Wille zur Ohnmacht) - oder er würde eher resigniert eine Zarathustra-Einsicht wiedergeben: Nur als Poesie ist die Welt gerechtfertigt. Und ich denke dann, wie soll Poesie noch möglich sein, wenn selbst die älteste Geschichte boy meets girl (touch me, feel me) in Zeiten von Corona nicht mehr erzählt werden kann...

arme Jugend !!

Werner K

 

 

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© Sabine Marx